Mein Jakobsweg Tag #53

Wenn man morgens mit T-Shirt und kurzer Hose aus dem Haus geht und dann seinen Atem sehen kann, stimmt irgendwas nicht. Aber wer rechnet auch damit, dass es Ende August morgens nur 8 Grad hat. Also ich definitiv nicht. Noch schnell ein Foto von der kleinen Markthalle des Ortes machen und dann geht’s auch schon los.

Als ich so die Straße entlang geh‘ und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen mir in den Rücken scheinen, geht’s natürlich auch gleich einfacher. Keine einzige Wolke am Himmel und die Morgensonne taucht die ganze Landschaft in einen goldenen Schein.

Verlaufen ist heute auch kaum möglich, da es am Vormittag wirklich nur geradeaus geht. Nach zirka 2 Stunden treffe ich auf die zwei jungen Hamburgerinnen, Caro und Lena, die ich am Vorabend schon in der Gite kennen gelernt hab. Ich dachte echt, dass ich schon sehr früh aufgestanden bin. Falsch gedacht. Wir kommen ins Gespräch und daraus ergibt sich, dass wir die heutige Etappe gemeinsam gehen werden. Ein wenig Socialising schadet mir vermutlich eh nicht. Die zwei sind echt lustig drauf und dadurch vergeht der Tag, obwohl wir zwischendurch geschätzt 10 Pausen gemacht haben und eigentlich nur über Sonnenblumenfelder laufen, wie im Fluge. Sonnenblumen, wo man nur hinschaut, echt verrückt.

So viel Spaß hatte ich echt schon lange nicht mehr. Danke. Leider trennen sich unsere Wege in Castet-Arrouy, weil mein heutiges Ziel liegt 10 Kilometer weiter in Lectoure. Schade. Also lass ich mich noch die nächsten 2 Stunden so richtig schön von der Sonne durchbacken. Was soll ich sagen, auch dieser Ort hat eine Kirche, viele alte Steinhäuser und alle Geschäfte haben mittags geschlossen. Klassisch. In der Gite werd ich herzlich empfangen und mein heutiges Zimmer teil ich mir auch nur mit einer weiteren Person. Also wird’s wieder eine ruhige Nacht. Hoffentlich.

Tagesübersicht:

Weg: Auvillar – Miradoux – Castet-Arrouy – Lectoure

Strecke: 30,5 km

Schritte: 41.340

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